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PTA des Jahres

PTA des Jahres 2018- Der Wettbewerb aus der Sichteines Finalisten

 

Mein Name ist Benedikt Richter, ich bin 25 Jahre alt und arbeite seit fünf Jahren als PTA in der Adler-Apotheke in Herzberg. Als ich die Nachricht bekam, als Finalist zum Wettbewerb nach München fahren zu dürfen, war meine Freude riesig. Ein spannender Wettkampf, die Aussicht auf Ruhm, Auszeichnungen und eine Krone, all das wirkte äußerst verlockend. Schon in der Vorbereitung zum Wettbewerb stellte ich fest, dass es hier um weitaus mehr geht. Um bestmöglich gewappnet in den Wettbewerb zu starten, hatte ich mich schon Wochen vorher mit allerhand Literatur beschäftigt. Ich las Fachzeitschriften, recherchierte in Foren und wälzte meine alten Hefter aus der Ausbildungszeit.

PHARMA PRIVAT stellte allen zehn Finalisten/innen Plakate zur Verfügung. Diese konnten wir in der Offizin präsentieren und so unsere Kunden über die Teilnahme informieren. Viele Patienten lasen aufmerksam, gratulierten, stellten Fragen über das Berufsbild des PTA und betonten, wie wichtig ihnen ihre Apotheke vor Ort ist. Im Laufe der Zeit gewann ich die Erkenntnis, dass es nicht wichtig ist wie ich abschneide, sondern dass ich meinen Job mit Leidenschaft ausübe.

 

Am 10. Oktober 2018 machte ich mich auf den Weg nach München. Vom Veranstalter wurde uns ein zentral gelegenes Hotel gestellt und schon imZimmer wurden wir mit einem Geschenk des Sponsors Spenglersan überrascht. Den Tag nutzte ich, um mich auf der Expopharm umzusehen und die Mädels vom Organisationsteam kennen zu lernen. Danach hieß es zeitig schlafen, denn am nächsten Tag stand der Wettbewerb an. Schon lange war ich nicht mehr so aufgeregt wie an diesem Tag, dem Tag des Finales.

Schon beim Frühstück im Hotel traf ich einige der anderen Finalistinnen. Man unterhielt sich über die Arbeit, Privates, die Aufregung vor dem Wettbewerb. Von Konkurrenz keine Spur.

Auf der Expopharm angekommen, versuchte ich mich noch ein bisschen an den Messeständen abzulenken. Schließlich musste ich in knapp 2 Stunden vor einer Fachjury stehen und mein Können unter Beweis stellen. Ich war so in Gedanken, dass ich Frau Julia Pflegel von „Das PTA Magazin“ fast übersah als sie mich im Vorbeigehen begrüßte. Sie ist nicht nur Mitglied der Jury, sondern auch eine Person, die ich schon lange kennenlernen wollte. So kam zu meiner Aufregung als Finalist auch noch meine Aufregung als Fan hinzu.

Nach und nach fanden sich alle Finalisten am PTA des Jahres Stand ein. Dort bemerkte ich schnell, dass ich nicht der Einzige war der recht angespannt war. Nach einer kurzen Begrüßung ging es dann auch schon los. In der ersten Runde galt es einen Wissenstest von 20 Fragen zu vielen verschiedenen Themen zu beantworten. Die Fragen waren anspruchsvoll, jedoch mit einer guten Vorbereitung machbar. In der zweiten Runde war die Aufgabe, einen Kunden fachgerecht zu seinem verschreibungspflichtigen Arzneimittel zu beraten. Da jeder von uns einzeln geprüft wurde, nutzen wir die Pausen für ein bisschen Smalltalk. Wir merkten schnell, dass wir alle den gleichen Job ausübten Jjedoch jeder eine eigene kleine Geschichte hat. Da war die PTA mit der Ernährungsberatung, die mit der Naturheilkunde, die aus der Großstadt, die vom Land, die mit dem Rezepturschwerpunkt, die mit dem Händchen für Social Media, die vom Flughafen. Kurzum, wir waren ein interessanter und bunt gemischter Haufen an pharmazeutischem Personal. Und jeder von uns nahm an diesem Wettbewerb aus dem gleichen Grund teil: der Liebe zum Beruf.

 

Hier nun ein paar Worte zum PTA des Jahres 2018Organisationsteam. Die Mädels machten ihrem Namen alle Ehre und waren organisiert bis ins letzte Detail. Sie hatten sehr viel zu tun und mussten auch während des Wettbewerbs einige Dinge regeln, hatten aber dennoch immer ein Lächeln im Gesicht und Zeit mit uns zu reden. Die Mädels sorgten dafür, dass wir uns rundum wohl fühlten und alles rund lief. Sie saßen mit uns zusammen, verkürzten uns die Wartezeit und sprachen uns so gut es ging zu. Dann endlich war ich an der Reihe vor die Jury zu treten. Meine Themen waren ein hormonelles Kontrazeptivum und das Antibiotikum Pivmecillinam. Von letzterem hatte ich bis zu diesem Tag noch nie gehört, was ich auch kundtat:„Das Zeug kenne ich nicht. Bestimmt ein Antibiotikum“. Die Patientin, gespielt von Juliane von Meding, half mir auf die Sprünge:„Ja, das ist ein Antibiotikum und sogar in der Leitlinie“. Wieder was gelernt. Den Rest des Gesprächs absolvierte ich auf meine Art. Ich versuchte charmant zu sein, ein paar Witze zu machen und mich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen. Ich wies auf Nebenwirkungen hin und gab noch eine Zusatzempfehlung. Frau von Meding war eine Patientin wie aus dem Bilderbuch. Sie wirkte interessiert, freundlich und fragte nach wenn sie etwas wissen wollte, ohne prüfend zu wirken. Alles in allem war es ein angenehmes Gespräch, kaum anders als im Alltag. Das Gespräch verließ ich mit einem guten Gefühl.

Nachdem alle 10 Finalisten ihr Beratungsgespräch vor der Jury absolviert hatten, wurde bekannt gegeben, wer es in die nächste Runde geschafft hat. Mein Name fiel leider nicht und so fanden die nächsten 2 Runden, das Verkaufsgespräch und die Rezeptur, ohne mich statt. Natürlich freute ich mich für die anderen, aber ein wenig geknickt war ich schon. Erstmals kam die Frage auf warum es denn nicht gereicht hat. Jedoch verwarf ich diese schnell, denn auch wenn ich nicht weiter kam, hatte ich große Freude an diesem Wettbewerb. Mir wurde klar, dass es vorrangig darum ging Flagge für den Beruf PTA zu zeigen und hervorzuheben was wir tagtäglich leisten! Dass andere in einigen Dingen besser abschneiden als ich, ist keine Schande, sondern Motivation. Meine Familie und Freunde, meine Patienten und mein gesamtes Team waren stolz, dass ich bis ins Finale kam und den Mut hatte, mich mit anderen zu messen. Viele Menschen in meinem Umfeld haben erstmalig vom Beruf des PTA gehört und davon, wie wichtig dieser Beruf für die Arzneimittelversorgung in Deutschland ist. Ich habe einige der engagiertesten, interessantesten und besten PTA des Landes kennengelernt. Ich habe die Heldin meiner Nachmittagslektüre, Frau Pflegel, getroffen und ich wurde von dem großartigen Organisationsteam freundlichst aufgenommen. Ich habe wieder neue Motivation bekommen für meinen Arbeitsalltag und liebe meinen Job jetzt noch mehr als vorher, weil ich weiß, dass er geschätzt wird und wichtig ist. Am Ende war mein Ausflug nach München ein voller Erfolg. Auch wenn ich ohne Krone zurückkam, so hatte ich doch eine Menge Erfahrungen im Gepäck. Ich kann nur jedem PTA, der sich für seinen Job begeistert, empfehlen, diesen großartigen Wettbewerb zu unterstützen. Egal wie ihr abschneidet, ihr werdet es auf keinen Fall bereuen.

 

Euer Benedikt Richter

 

Benedikt Richter

 

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